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Positive Affirmationen – Wie du mit Worten dein Leben veränderst

Positive Affirmationen Beispiele

Eine meiner prägendsten Erfahrungen zum Thema Affirmationen und ‚Fake it ‚till you make it‘ hatte ich Ende 2017. Am Ende meines Referendariats war ich damals zum Arbeiten für drei Monate in Malaysia. Zum Abschluss wartete allerdings zu Hause noch eine mündliche Prüfung auf mich.

Ich war schon immer ein tierischer Angsthase, was mündliche Prüfungen anging. Von Prüfungsangst bis zu vollständigem Blackout war alles dabei. In meiner Mündlichen nach dem ersten Examen hatte ich mich dadurch von den schriftlichen Noten sogar noch verschlechtert: Wer sich in Jura etwas auskennt, weiß: NIEMAND verschlechtert sich in der mündlichen Prüfung! Die Ausnahme lag dann am Nachmittag heulend bei mir im Bett: Hier, ich, das kann ich also. Ein furchtbares Gefühl, das kann ich dir sagen.

Und da stand ich nun 2017, vollkommen davon überzeugt, dass ich einfach nicht gut bin in mündlichen Prüfungen. Dass ich das nun mal einfach nicht KANN. Und doch hatte ich eine vor mir und der Termin raste unaufhaltsam auf mich zu.

Irgendwann in dieser Zeit las ich etwas über positive Affirmationen. Das sind selbstbejahende Sätze, die man sich immer wieder selbst aufsagt, um die eigenen Gedanken umzuprogrammieren. Die Idee dahinter: Gedanken, Gefühle und Verhalten stehen in Wechselwirkung zueinander. Wenn ich also mein Denken verändere, verändere ich damit langfristig auch meine Gefühle und letztendlich mein Verhalten.

Positive Affirmationen: Alles nur Quatsch?

Klang komisch und nach Hokuspokus, aber was hatte ich schon zu verlieren? Ich entschied mich dazu, es zu probieren. Als erstes ging es also ans Überlegen: Was wollte ich sein, was ich bisher noch nicht war? Natürlich fiel mir wahnsinnig viel ein. Denn wenn du dir aussuchen kannst, wer du bist und was du kannst, da kommen wohl bei fast allen Menschen einige Ideen auf. Ich merkte schnell: So komme ich nicht weiter.

Ich fragte mich also: Was ist das dringendste Problem, was ich demnächst zu lösen habe? Ganz klar, meine Mündliche! Was also könnte mir dabei helfen, meine Prüfungsangst zu überwinden? Die Antwort kam schnell: Selbstbewusstsein und Kompetenz. Selbstbewusstsein war mir allerdings nicht präzise genug, um mich auf meine Prüfung vorzubereiten. Und fachlich kompetent war ich schon, das wusste ich. Mein Problem war vielmehr, dass ich das in der Prüfungssituation einfach nicht rüber bringen konnte.

Nach einigem Rumprobieren fand ich dann endlich einen Satz, der passte. Er lautete: „Ich bin kompetent und vermittle das auch.“ Das klang zwar etwas sperrig, aber besser hatte ich es einfach nicht hinbekommen. Und damit arbeitete ich dann die nächsten zwei Monate.

Positive Affirmationen: Die Überwindung

Gerade am Anfang fiel es mir unglaublich schwer, den Satz überhaupt und dann auch noch in überzeugendem Tonfall auszusprechen. Wer sagt denn schon etwas Gutes über sich? Und dann auch noch laut und – super awkward – vor dem Spiegel, sich selbst ins Gesicht? Gerade am Anfang klang ich sehr schüchtern und unsicher. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber daran, mich einmal täglich hinzustellen und mir immer wieder zusagen, wie kompetent ich doch war und wie super ich das außerdem rüber brachte.

Zusätzlich dazu, dass ich mir den Satz täglich aufsagte, bis ich es (jeden Tag erneut) hinbekam, einigermaßen überzeugt zu klingen, sprach ich ihn mir aufs Handy und hörte ihn mir eine Woche lang jeden Tag vor dem Schlafen gehen für fünf Minuten in Dauerschleife an. Gerade vor dem Schlafen sollte der Satz noch mal besonders verankert werden, hatte ich gelesen.

Mit der Zeit wurde das Wiederholen unregelmäßiger, doch es kam mir auch nicht mehr so furchtbar seltsam vor, mir einfach mal zu sagen „Ich bin kompetent und vermittle das auch.“

Im September 2017 ging es dann zurück nach Deutschland. Kulturschock und dann natürlich noch die mündliche Prüfung, die drei Wochen später anstand. Wie zu Präexamenszeiten saß ich wieder 9 oder 10 Stunden täglich in der Uni, nur unterbrochen von einer 30minütigen Pause. Ich ackerte und lernte, sah ich doch mein Ziel genau vor Augen. Meine positive Affirmation wiederholte ich immer wieder, mittlerweile verschaffte sie mir ein richtig gutes Gefühl. 

Positive Affirmationen: Die Prüfung

Und schließlich war der Tag gekommen. Ich war nervös, lenkte mich aber damit ab, zu lauter Disneymusik durch die Wohnung zu tanzen. Die schon seit Ewigkeiten bekannten Melodien und Texte verbannten alles andere aus meinem Kopf. Zwischendrin atmete ich immer mal wieder ruhig ein und aus stellte mich in Superman- und Siegerpose vor den Spiegel und sagte vor allem laut und voller Überzeugung zu mir: „Ich bin kompetent und vermittle das auch!“

Auf der Fahrt zur Prüfung setzte zwar das ungemütliche Gefühl im Bauch wieder leicht ein. Aber jetzt war mir das egal. Ich wusste: Ich geh da rein und rocke das Ding! 

Ich freute mich auf meinen Aktenvortrag und ging mit einem offenen Lächeln in den Prüfungsraum. Ich wusste jetzt: Nicht nur war ich kompetent, ich konnte das auch rüber bringen. Nach drei Stunden war die Prüfung beendet. Und ich hatte mich nicht nur um mehr als einen Notenpunkt (wiederum wissen die Juristeninsider, wie selten das ist) verbessert! Ich war auch noch der beste Prüfling meiner Gruppe! Unglaublich! Ich konnte es kaum fassen!

Erst im Nachhinein wurde mir klar, wie sehr sich mein Mindset in den letzten drei Monaten verändert hatte. Von einer kleinen Prüfungsangsthäsin hatte ich mich um 180 Grad gewandelt. Nicht nur in meiner Prüfung hatte ich mich anders verhalten, auch sonst ging ich mittlerweile viel selbstbewusster durch die Welt. Ich konnte meinen Weg gehen und vertraute mehr auf mein eigenes Urteil. 

Das Alles hatte ich mit Hilfe von 6 Minuten am Tag erreicht. Ich wusste zwar schon lange, was gute Gewohnheiten alles bewirken können, aber mit einem solchen Ergebnis hatte ich auf keinen Fall gerechnet. Einfach da raus gehen und eine gute mündliche Prüfung ablegen: Das war vor einem halben Jahr für mich noch unvorstellbar. Heute hingegen muss ich mich nicht mehr davon überzeugen, dass ich kompetent bin und das auch vermittle: Ich weiß es!


Du möchtest die Technik der positiven Affirmationen ausprobieren? Eine präzise Anleitung, wie du den perfekten Satz für dich findest, um dein Leben vollkommen zu verändern, folgt jetzt.


Zu deiner positiven Affirmation in 4 einfachen Schritten

Schon der Beginn eines bekannten chinesischen Sprichworts besagt: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.“ Und trotzdem klingen positive Affirmationen für uns irgendwie nach Hokuspokus. Sich so lange etwas einreden, bis es wirklich eintritt? Was für ein Quatsch! Auch ich habe lange Zeit nicht daran geglaubt, bis mich die oben beschriebene prägende Erfahrung vom Gegenteil überzeugt hat. 

Rückblickend betrachtet macht meine Skepsis wenig Sinn. So ist doch allgemein bekannt, dass unsere Gefühle, Gedanken und unser Verhalten in Wechselwirkung zueinander stehen. Wenn wir glücklich sind, lächeln wir und wenn wir lächeln, fühlen wir uns automatisch etwas besser. Wenn wir gerade einen Selbstbewusstseinsboost haben, stehen wir aufrecht und wenn wir aufrecht stehen, fühlen wir uns selbstbewusster.

Und trotzdem glauben wir immer wieder, dass unsere Gedanken und Gefühle so unwichtig für unser Verhalten sind: Das ist ja „nur im Inneren“. Was soll das schon bewirken können? Dabei beruht letztlich unser ganzes Leben ursprünglich auf unseren Gefühlen und Gedanken. 

Es gibt wunderbare Beispiele für positive Affirmationen. Am Ende des Beitrags findest du eine Liste mit vielen Beispielen. Am sinnvollsten ist es allerdings, eine positive Affirmation zu erstellen, die ganz speziell auf deine persönlichen Bedürfnisse und deine jetzige Situation angepasst ist. Denn dadurch bleibst du nicht nur passiv, sondern übernimmst mehr Selbstverantwortung für dein Leben. Und eine solche zu schaffen ist mit diesen 4 Schritten ganz einfach:

1. Bestandsaufnahme

Du beginnst mit einer kleinen Bestandsaufnahme deiner jetzigen Situation. Als allererstes überlegst du dir also, was dir gerade nicht gefällt in deinem Leben. Beschweren können wir uns ja meistens ganz gut, aber hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass du deine Aussagen auf dich beziehst.

Frage dich also: Was magst du an dir nicht? Was oder wie glaubst du, zu sein? Welche Eigenschaften glaubst du zu haben, die du gerne ändern würdest? Nimm dir Stift und Zettel zur Hand und schreib dir alle negativen Charaktereigenschaften, die dir einfallen, untereinander auf.

Sehr häufige Beispiele sind folgende: Schüchtern, neidisch, hässlich, wertlos, geizig, kann nicht mit Geld umgehen, schlechter Mensch, bin das nicht wert, schwach,…). Schon das darüber Nachdenken fühlt sich sicher nicht angenehm für dich an, geschweige denn das Aufschreiben. Aber glaub mir, es ist unbedingt nötig, um Schritt 2 ordentlich ausführen zu können. Im Gegensatz zu den folgenden Punkten genügt es allerdings, lediglich das entsprechende Adjektiv aufzuschreiben.

2. Umdrehen

Der nächste Schritt ist schon viel erfreulicher. Hier suchst du nämlich zu jeden Adjektiv die passende Kehrseite. Du drehst also einfach die gefundenen Worte ins Gegenteil um. Am besten schreibst du das passende Antonym direkt neben das entsprechende Gegensatzwort.

Dabei musst du allerdings unbedingt Folgendes beachten: Unser Gehirn denkt visuell und kann das Wort „nicht“ nicht verbildlichen. Demnach musst du bei diesem Schritt unbedingt auf dieses Wort verzichten. Suche also tatsächlich die passenden positive Schlagwort und setz nicht einfach vor die negative Eigenschaft ein „nicht“.  

Falsch wäre also, wenn du „nicht wertlos“, „nicht schwach“ oder „kein schlechter Mensch“ aufschreibst. Stattdessen musst du „wertvoll“, „stark“ und „guter Mensch“ festhalten. Tipp: Wenn dir zu einer Eigenschaft die ideale Kehrseite nicht einfällt, dann such einfach bei Google nach „Antonym“ oder „Gegenteil“ und such dir das passende aus.

Auch dieser Teil der Übung mag dir im ersten Moment komisch vorkommen. Das liegt allerdings nicht an dir sondern daran, dass wir in unserer Sprache gerade starke positive Worte viel seltener verwenden als negative. Du bist also einfach nicht an den Gebrauch gewöhnt. Aber keine Angst: Das wird sich im Laufe dieser Übung ändern.

3. Die richtige Formulierung

Jetzt geht es an die richtige Formulierung deiner ganz persönlichen positiven Affirmation. Da wir allerdings nicht alles auf einmal machen können, wenn wir langfristig etwas erreichen wollen, kannst du nicht jeden Punkt auf deiner Liste gleichzeitig angehen.  Du musst vielmehr Schritt für Schritt – beziehungsweise in deinem Fall Eigenschaft für Eigenschaft – vorgehen.

Bevor es also an deine Formulierung geht, überlegst du, wo der Schuh bei dir momentan am meisten drückt. Welches ist dein momentan dringendstes Problem? Hast du vielleicht bald eine wichtige Prüfung oder steht ein wichtiges Gespräch mit deinen Eltern an? Möchtest du alleine reisen gehen, fühlst dich aber einfach nicht mutig genug? Identifiziere die Eigenschaft die dich momentan am meisten zurückhält. Mit dieser wirst du als erstes arbeiten.

Und nun zur Formulierung: Dieser Schritt selbst ist sehr simpel. Denn das einzige, was du nun machst ist, aufzuschreiben, was du gerne wärst. Allerdings nicht im Konjunktiv. Stattdessen beginnst du mit „Ich bin“, gefolgt von dem gerade ausgesuchten Schlagwort

Vielen fällt schon allein das Aufschreiben dieses positiven Satzes zu sich selbst schwer. Sei also versichert: Wenn du dich dabei komisch und unwohl fühlst, bist du nicht allein. Auch mir ging es am Anfang nicht anders. Aber genau davon willst du ja mit dieser Übung weg. Und das schaffst du am besten, indem du in das unwohlige Gefühl hinein gehst.

4. Die Ausübung

Nun kommst du zum letzten und vermutlich schwersten Schritt. Denn jetzt geht es darum, diesen Satz zu verinnerlichen. Du beginnst damit, dass du dir den Zettel vor dir einmal durchliest und in dich hinein fühlst. Wie fühlt sich das an? Vermutlich sehr komisch und unverdient.

Als nächstes stellst du dich in eine aufrechte Position, am besten vor einen Spiegel. Du atmest tief ein und vor allem wieder aus. Und dann sagst du dir den Satz selbst. Ausgesprochen. Laut ausgesprochen. Gerade dieser Teil fällt sehr vielen Menschen sehr schwer. Denn wenn du einen Glaubenssatz schon Ewigkeiten mit dir herum schleppst, wird dir das anfangs sehr seltsam vorkommen. Haben wir doch unser Leben lang an genau das Gegenteil geglaubt. Ich habe jedenfalls einige Anläufe gebraucht, bis ich mir meinen Satz ganz heimlich zuflüstern konnte.

Mit jeder Wiederholung deiner Affirmation wird es dir jedoch leichter fallen, dir den Satz zu sagen. Einfach nicht aufgeben, sondern immer weiter machen. Und das machst du so lange, bis du dir vollkommen überzeugt so etwas wie „Ich bin wertvoll“ oder „Ich bin stark“ ins Gesicht sagen kannst. 

Sobald du damit begonnen hast, solltest du dir täglich ungefähr fünf Minuten Zeit für deinen Satz geben und das als Gewohnheit etablieren. In diesen fünf Minuten gehst du immer wieder wie in Schritt 4 vor. Du liest dir also zunächst den Satz durch, fühlst in dich hinein und sagst ihn schließlich laut zu dir selbst.

Wie lange es braucht, damit der Satz wirklich in deinem Unterbewusstsein angekommen ist, ist unterschiedlich. Das hängt davon ab, wie tief der negative Glaubenssatz in dir verankert ist. Du solltest dir die Zeit jedoch mindestens zwei Wochen lang jeden Tag nehmen, besser sind drei. Es kann jedoch auch sein, dass du wesentlich länger brauchst, damit dein Inneres die Affirmation annimmt. Jedenfalls ist es es ein erster Schritt in dein neues Leben.

Positive Affirmationen Beispiele

30 Positive Affirmationen für ein erfülltes Leben:

  1. Ich kann gut mit Geld umgehen.
  2. Ich kann gut mit Menschen umgehen.
  3. Ich lerne gerne.
  4. Ich esse gerne gesund.
  5. Ich bewege mich gerne.
  6. Ich bin wertvoll.
  7. Ich bin stark.
  8. Ich bin selbstbewusst.
  9. Ich bin mutig.
  10. Ich bin diszipliniert.
  11. Ich bin kompetent.
  12. Ich glaube an mich und schaffe das.
  13. Alles was ich brauche, ist bereits in mir.
  14. Ich werde jeden Tag ein Stückchen besser.
  15. Ich arbeite jeden Tag an mir.
  16. Ich mag mich.
  17. Ich bin nicht perfekt und das ist gut so.
  18. Ich gefalle mir.
  19. Ich bin gut so wie ich bin.
  20. Ich liebe mich, so wie ich bin.
  21. Ich bin dankbar für alles was ich bin und habe.
  22. Ich handle im Einklang mit meinen Werten.
  23. Ich nehme meine Welt an, so wie sie ist.
  24. Ich habe keine Angst.
  25. Ich glaube fest an meine Ziele.
  26. Ich bin davon überzeugt, meine Ziele zu erreichen.
  27. Ich übernehme volle Verantwortung für mein Leben.
  28. Ich übernehme volle Verantwortung für mein Glück.
  29. Ich geh da jetzt rein und rocke das!
  30. Ich geh da raus und erobere die Welt!
Deine Lisa

Podcastfolgen zum Thema Affirmationen und Glaubenssätze

[56] Wie du die 4 größten Ängste enttarnst, die dich daran hindern, dein Leben zu verändern

[63] Wie du deine negativen Glaubenssätze wirklich auflöst

[66] Schritt für Schritt deine negativen Glaubenssätze auflösen

Brauchst du Unterstützung?

Hast du noch mit negativen Glaubenssätzen zu kämpfen, die tief in dir verankert sind und brauchst Unterstützung? Vereinbare gern ein kostenloses Vorgespräch mit mir! Ich möchte dir dabei helfen, deine limitierenden Glaubenssätze umzuwandeln. Gemeinsam arbeiten wir an deinem Mindset für mehr Erfolg in deiner Selbstständigkeit. Ich freue mich auf dich!

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